Partnerschaftsbesuche in Bolivien

Am 13. Oktober 2016 reisten Propst i.R. Benno Wessels und die Unterzeichner nach Bolivien. Wir besuchten u.a. in Tiquipaya bei Cochabamba die Waisenheimanlage „La Providencia“ für 120 Mädchen im Alter von 4-18 Jahren.

Für das Erbauen der Anlage hat sich Propst i.R. Benno Wessels tatkräftig eingesetzt. Sie wird von den Ordensschwestern der Hl. María Magdalena Postel geleitet. Bei den Kindern handelt es sich um Voll- und Halbwaisen, Straßenkinder sowie verlassene und missbrauchte Mädchen. Begleitet von ihren Lehrerinnen putzen Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Jahrgangsstufe der Edith-Stein-Schule an drei Samstagen vor den Osterferien in der Fußgängerzone vor Karstadt Passanten die Schuhe und sammeln Spenden für die 120 Mädchen. In der Waisenheimanlage befinden sich 10 Wohnhäuser. Sie beherbergen jeweils 12 Kinder unterschiedlichen Alters und werden von einer Hausmutter als Familiengruppe geführt. Zu der Anlage gehören Räume zum Erlernen von Kochen, Backen, Nähen und Stricken. Lernschwache Kinder werden besonders gefördert. Die Umwelterziehung ist ein wichtiger Baustein in der Ausbildung. In den Häusern müssen die Mädchen kochen, saubermachen, nähen sowie ihre Wäsche waschen und pflegen. Gemeinschaftlich bearbeiten sie die Grünflächen an den Häusern und den Gemüsegarten. In ihrer Freizeit haben sie die Möglichkeit, unter Anleitung Sport zu treiben, an PC-, Mal- und Bastelkursen teilzunehmen, Theater zu spielen, ein Instrument zu erlernen und Musik zu machen. Zur Ergänzung hat der Orden in der Nachbarschaft eine Schule mit einem Kindergarten gebaut. Die Schuhputzspenden tragen dazu bei, dass die Mädchen zahnärztliche und medizinische Untersuchungen erhalten und dass PCs, Sportgeräte sowie Instrumente angeschafft werden können. Bei unserem Besuch konnten wir den Betrag von 2.120,00 Euro und einen Brief der SchülerInnen der Edith-Stein-Schule überreichen. Die Mädchen bedankten sich recht herzlich für den Schuhputzeinsatz und haben im folgendem mit Blumen verzierten Brief und Umschlag an die Edith-Stein-Schule geantwortet. Frau Monica Strumheit-Roesberg hat den Brief übersetzt. Der Text lautet: Liebe Freundinnen und Freunde, wir wollen Euch etwas über das Heim „La Providencia“ erzählen. Morgens gehen wir zur Schule und nachmittags beschäftigen wir uns mit Nähen, erstellen Webarbeiten, lernen zu kochen oder arbeiten im Gemüsegarten. Diese Dinge werden uns im Leben helfen, ein sinnvolles Mitglied der Gemeinschaft zu werden. Ein großes Problem unseres Heimes stellt das Wasser dar. Obwohl wir einen Brunnen haben, füllen sich die Wasserleitungen so sehr mit Schlamm, sodass das Wasser nicht zu den Duschen fließen kann und somit wir nicht duschen können. Das schmerzt uns sehr. Wir danken Euch sehr für die wunderbare Aktion, die ihr jedes Jahr durchführt, und das Geld, das Ihr uns sendet. Wir sind sehr dankbar hierfür und wir wünschen Gottes Segen auf Euch herab. Wir lieben Euch sehr und wünschen Euch herzlich alles Gute. Das Heim „La Providencia“ Die Briefschreiberinnen bitten um eine Antwort auf ihren Brief. Anmerkung: Die zur Verzierung verwendeten Blumen ist die „Flor Nacionales“ und wird „Cantuta“ genannt. Sie wächst in den Höhenlagen von 1.200 bis 3.800 m. Die Farben rot – gelb – grün sind die Farben der Nationalflagge Boliviens.   Heidemarie und Wolfgang Schröter sind dann ins Tiefland nach San Ramón gereist. und haben den Kindergarten „Corazón de Jesús“ (Herz Jesu) besucht. Die Einrichtung ist partnerschaftlich mit der Pfarrgemeinde Hl. Herz Jesu Brhv.-Lehe und der Kindertagesstätte St. Willehad verbunden. Nach der gegenseitigen herzlichen Begrüßung fand ein großer Empfang statt. Die Eltern haben uns mit Speisen und kühlen Getränken bewirtet. Die Elternsprecherin bedankte sich im Namen aller für die großherzige Unterstützung.   Trotz der für uns großen Hitze, 38°C im Schatten, trugen einzelne Kinder kleine Gedichte und Lieder vor. Die Gruppen begeisterten uns mit ihren Tänzen. Zurzeit besuchen 180 Kinder die Einrichtung. Stolz zeigten uns die Profesoras (Gruppenleiterinnen) die Räume. Der Kindergarten hinterließ einen sehr gepflegten Eindruck. Über die Wünsche, die die Leitung uns mit auf den Weg gaben, werden wir bei nächster Gelegenheit berichten. Herzliche Grüße überbringen wir auch von Bischof Antonio Bonifacio Reimann aus Concepción. Heidemarie und Wolfgang Schröter